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Warum die Hausratsumme fast immer zu niedrig angesetzt ist

Eine Wohnung wird nach Quadratmetern versichert, obwohl darin ganz unterschiedliche Werte stecken können. Wo die Faustformel an ihre Grenzen kommt.

Beim Abschluss einer Hausratversicherung wird meist nach der Wohnfläche gefragt, und daraus ergibt sich fast automatisch ein Vorschlag für die Versicherungssumme. Klingt einfach, ist aber genau der Punkt, an dem viele Verträge später zu knapp bemessen sind. Denn zwei Wohnungen mit derselben Quadratmeterzahl können völlig unterschiedlich viel wert sein.

Die gängige Faustformel je Quadratmeter ist ein grober Orientierungswert, mehr nicht. Sie geht von einer durchschnittlichen Ausstattung aus, wie man sie in vielen Haushalten findet: normale Möbel, übliche Technik, ein paar Wertgegenstände. Wer aber eine hochwertige Küche eingebaut hat, viel in Technik investiert, ein Musikinstrument besitzt oder eine kleine Sammlung pflegt, liegt mit dieser Formel schnell darunter. Umgekehrt kann eine Altbauwohnung mit hohen Decken und großzügigem Flur mehr Fläche haben, als tatsächlich Inhalt vorhanden ist. Die Formel rechnet mit Fläche, nicht mit dem, was wirklich in den Räumen steht.

Viele Versicherer bieten deshalb einen sogenannten Unterversicherungsverzicht an. Das bedeutet: Wird die Summe nach einer bestimmten, vom Versicherer vorgegebenen Berechnungsmethode ermittelt, verzichtet er im Schadenfall darauf, nachträglich zu prüfen, ob die Summe eigentlich zu niedrig war. Das nimmt viel Unsicherheit, ist aber kein Freifahrtschein. Der Verzicht gilt nur, wenn die Berechnung nachvollziehbar und ehrlich war, und er schützt nicht davor, dass am Ende trotzdem zu wenig Geld für die Wiederbeschaffung da ist. Wer die Wohnung grundlegend umgestaltet, sollte die Summe ohnehin einmal neu durchdenken.

Ein zweiter blinder Fleck sind Wertsachen. Schmuck, Bargeld, Sammlungen, Pelze oder Kunstgegenstände sind in den meisten Verträgen nur bis zu einer bestimmten, im Vertrag genannten Grenze mitversichert, oft mit einer geringeren Summe außerhalb eines Tresors. Wer eine geerbte Uhr, eine größere Bargeldreserve zu Hause oder eine kleine Kunstsammlung besitzt, sollte diese Werte konkret benennen und gegebenenfalls gesondert absichern lassen, statt sich auf die pauschale Deckung zu verlassen. Genau hier zeigt sich später im Schadenfall oft die größte Lücke, weil niemand daran gedacht hat, den tatsächlichen Wert einzutragen.

Auch das Fahrrad gehört zu den Dingen, die häufig unterschätzt werden. In vielen älteren Verträgen ist Diebstahl von Fahrrädern nur eingeschränkt oder gar nicht mitversichert, bei neueren Verträgen oft nur bis zu einer bestimmten Summe oder gegen einen Zuschlag. Bei hochwertigen Rädern oder E-Bikes lohnt sich ein genauer Blick in die Bedingungen. Eng damit verbunden ist die sogenannte Außenversicherung: Sie deckt Hausrat, der sich vorübergehend außerhalb der eigenen Wohnung befindet, etwa im Hotelzimmer, im Auto oder am Arbeitsplatz. Auch diese Deckung ist meist zeitlich und örtlich begrenzt und unterscheidet sich von Vertrag zu Vertrag deutlich.

Diese Einordnung ersetzt keine individuelle Prüfung der eigenen Police, denn Klauseln zu Unterversicherungsverzicht, Wertsachengrenzen und Außenversicherung unterscheiden sich je nach Versicherer teils erheblich und sollten im konkreten Vertrag nachgelesen oder geprüft werden.

Wer seinen bestehenden Vertrag einmal in Ruhe durchgehen möchte oder eine neue Hausratversicherung plant, kann das mit uns gemeinsam tun. Als unabhängiger Makler vertreten wir dabei Sie, nicht den Versicherer, und haften auch für unsere Beratung. Das kostet Sie in der Regel nichts zusätzlich, da die Courtage im Beitrag enthalten ist und beim Abschluss direkt beim Versicherer genauso anfällt. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich, ein Mandat jederzeit kündbar, und sollte doch ein Vertrag abgeschlossen werden, gilt die gesetzliche Widerrufsfrist. Mehr dazu finden Sie in unserem Bereich für Privatkunden, oder Sie schreiben uns kurz über das Kontaktformular. Als Berliner Haus seit 1969 sind wir dabei mit einem festen Ansprechpartner erreichbar, auch dann, wenn es im Schadenfall wirklich zählt.

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